• Sittersdorf Wo der Wald zum Wein führt

    Die Gemeinde Sittersdorf ist idealer Ausgangspunkt für schattige Wanderungen und hat eine fast schon in Vergessenheit geratene, kühle Tradition wieder zum Leben erweckt.

Wo der Wald zum Wein führt

Die Gemeinde Sittersdorf ist idealer Ausgangspunkt für schattige Wanderungen und hat eine fast schon in Vergessenheit geratene, kühle Tradition wieder zum Leben erweckt.

„Eigentlich sollten wir um diese Zeit noch Siesta machen“, lacht Peter Smolnig, als er auf die Uhr schaut. Es ist 15:00 Uhr und das Thermometer zeigt genau 30 Grad im Schatten an. Der Sittersdorfer war 33 Jahre lang Arzt in der Gemeinde Sittersdorf und genießt jetzt seinen Ruhestand unter anderem mit Wanderungen in der Umgebung. Möglichkeiten dazu gibt es etliche - einfache Spaziergänge im Landschaftsschutzgebiet rund um den Gösselsdorfer See wie auch etwas anspruchsvollere Märsche beispielsweise auf die nahe Burgruine Sonnegg. Für uns wählt er den offiziellen Wanderweg Nummer 8 der Gemeinde Sittersdorf. Wir starten im Ortsteil Hart und begeben uns gleich in den Wald. Der Weg verläuft die meiste Zeit unter schattigen Bäumen - und das aus gutem Grund. „Hier im Wald ist es durchschnittlich um sechs Grad kühler als in der Stadt“, erklärt Smolnig und schaut auf Lärchen, Fichten und Buchen rund um ihn. Gerade in Zeiten des Klimawandels mit seinen deutlich stärkeren Unwettern hat sich der Mischwald bewährt und trotzt dem starken Wind.

Im Wald ist es kühler als am Badestrand

Bei der Wanderung herrscht freilich schönstes Sommerwetter. Und trotzdem verspüren wir keine Lust auf einen Badetag am See, sondern genießen die Kühle des Walds und die gute Luft.

„Eine einzige 25 bis 35 Meter hohe Fichte produziert 21.000 Liter Sauerstoff. Das ist der Tagesbedarf von bis zu 40 Menschen“, erklärt der Allgemeinmediziner bei einer kurzen Rast. Wir nähern uns einer kleinen Anhöhe in Proboj und erreichen ein Plateau mit wunderschönem Ausblick auf den Hemmaberg, die Kirche von Sankt Philipp und den Rechberg. Smolnig hat für alle Wanderer Wasser mitgebracht. „Kinder und Ältere haben ein geringes Durstgefühl, bei ihnen besteht daher gerade bei Hitze eine höhere Gefahr zu dehydrieren“, so der vierfache Vater. Wobei Hitze an sich nichts Schlechtes sei, weil sich unser Körper an die Umgebung immer anpasst. „Nur abrupte Wechsel von kalt auf heiß und umgekehrt sind für uns anstrengend.“

  • Eine einzige 25 bis 35 Meter hohe Fichte produziert 21.000 Liter Sauerstoff. Das ist der Tagesbedarf von bis zu 40 Menschen.
    " Peter Smolnig, Allgemeinmediziner

Kühler Weinkeller mit herzlicher Gastfreundschaft

Damit die Hitze für uns nicht zu anstrengend wird, kehren wir wieder in den Wald zurück und begeben uns auf den Rückweg. Auf der Südseite der Anhöhe befindet sich der sogenannte Weinberg. Diesen Namen hat er nicht umsonst.

Die Gemeinde Sittersdorf war vor Jahrhunderten schon ein Weinbaugebiet. Seit einigen Jahren wird die Tradition wiederbelebt. Vom örtlichen Weinbauverein hobbymäßig. Und professionell von der Familie Hren. Ein Besuch des Weinbergs bildet auch den Abschluss unserer Wanderung. Wobei wir bei den heißen Temperaturen gleich in den kühlen Weinkeller huschen. 

Auch wenn uns Doktor Smolnig warnt, Alkohol und Hitze vertrage sich nicht gut – trotzdem lassen wir uns eine Verkostung der Bio-Weine nicht entgehen. Hausherr Andrej und seine Mutter Rosi Hren bewirten uns mit einem Rose-Wein von der Isabella-Traube. „Diese Sorte ist typisch für unsere Region“, sagt Andrej während uns Rosi selbst gebackene, köstliche Brötchen mit einem Pesto aus Karotten, Zucchini und weiteren Zutaten aus dem eigenen Garten kredenzt. Es bleibt nicht der einzige geschmackvolle selbstgemachte Snack. Und auch nicht das letzte Gläschen Wein.

Natürlich geht es aber auch ohne Alkohol: Für Kinder gibt es wunderbare eigene Säfte. Perfekt temperiert in einem kühlen, aber umso herzlicheren Ambiente.

1000-jährige Tradition

Weinbau in Sittersdorf

Der Weinbau hat in Sittersdorf eine 1000-jährige Tradition. In den letzten zehn Jahren wurden viele Weingärten rekultiviert und Weinkeller restauriert. Echte gelebte Kärntner Weintradition ist das Motto des Sittersdorfer Weinfestes. Die kulinarische Bewirtung der Gäste erfolgt durch heimische Weinbauern, Direktvermarkter und Vereine aus Sittersdorf.

  • Echte gelebte Kärntner Weintradition: das jährliche Sittersdorfer Weinfest.
    " Sittersdorfer Weinfest, 27. September 2020
  • Verein zur Förderung des Weinbaues in Sittersdorf

    Obmann Krainz Horst
    Goritschach 38
    9133 Sittersdorf
    Telefon +43 699 11 22 30 24

  • Sonnegger See

    Mitten in einer prächtigen Naturlandschaft der Gemeinde Sittersdorf liegt der ca. 1,7 ha große Sonnegger See.

  • Entdecken & Erleben

    Die Gemeinde Sittersdorf ist Teil des UNESCO Global Geopark Karawanken.