• Abkühlung und Kultur im Doppelpack Museum am Bach in Ruden

    Die Hitze der Stadt ist im Sommer brutal, meinte schon Reinhard Fendrich. Also nix wie raus auf Land – zum Beispiel ins Museum am Bach, das coole Kultur serviert.

Abkühlung und Kultur im Doppelpack

Die Hitze der Stadt ist im Sommer brutal, meinte schon Reinhard Fendrich. Also nix wie raus auf Land – zum Beispiel ins Museum am Bach, das coole Kultur serviert.

Fährt man von Ruden in Richtung Lippitzbach, taucht man ein in eine andere Welt. Vor allem merkt man sofort eine gewisse Klimaveränderung. Die Bäume und Sträucher neben der Straße spenden angenehmen Schatten und lassen einen die Hitze der Stadt vergessen. Hier, nahe Lippitzbach, haben sich Alex Samyi und die Glaskünstlerin Ulli Egger-Samyi mit dem Museum am Bach ein cooles Refugium geschaffen. Das Duo bietet den Besuchern zeitgenössische Kunst von jungen Künstlern und außerdem einen Zufluchtsort für alle, die der Hitze die kalte Schulter zeigen wollen. Im Museum herrscht eine angenehme Kühle. Dafür sorgen dicke Mauern und die Wölfnitz, die direkt unter dem Museum in zwei Kanälen durchfließt. Der Bach betreibt auch das hauseigene Kraftwerk. Früher war die Wasserkraft Antrieb für die Räder der alten Mühle, die später in eine Bäckerei umgewandelt wurde. Jetzt gibt es im Museum die unterschiedlichsten Ausstellungen und Veranstaltungen. Nach dem Besuch lohnt sich ein Abstecher in den Ort Lippitzbach, wo die Wölfnitz in die Drau mündet. Die Frische der beiden Gewässer und die zahlreichen Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Und man kann den Booten beim Schaukeln im kleinen Hafen zusehen.

Abgehobener Ort für Geistesblitze

Eine rote Kugel scheint gleich links neben dem Museum im Garten zu schweben. „Scandal in Paradis“ nennt sich das Werk der Künstlerin Ona B.

Die leuchtend rote Polyesterkugel ist mit einer drei Meter hohen Leiter mit dem Boden verbunden, im Inneren mit einem runden Tisch ausgestattet und bietet Platz für fünf bis acht Personen. Der abgehobene Ort ist ein idealer Platz, um seine Gedanken schweben zu lassen. Und hier hat auch schon der eine oder andere Künstler kreative Geistesblitze zum Leben erweckt.

Vor dem Eingang zum Museum stehen Stühle und Tische in bunten Farben – ein geordnetes Chaos. Hier kann sich der Besucher einen Kaffee oder ein erfrischendes Getränk genehmigen, bevor er eintaucht – eintaucht in eine Welt der Kunst und Philosophie. Das Museum am Bach war ursprünglich eine Mühle und wurde bereits im Jahr 1833 geschichtlich erwähnt. Danach diente die Mühle als Bäckerei, wurde in den 70er-Jahren neu aufgebaut und seit 2014 als Museum geführt. Dicke, alte Mauern wurden direkt aus dem Boden gestampft. „Es gibt hier keinen Keller“, sagt Museumsleiter Alex Samyi, „und direkt unter dem Haus fließt die Wölfnitz durch zwei unterschiedliche Kanäle“. Und das spürt man.

Im Vorraum des Museums herrscht eine angenehme Kühle.

Fast so, als wäre eine Klimaanlage im Spiel, was Alex gleich verneint, während er Radieschen, Gurken, Käse und Salami in aller Ruhe auf Spießchen steckt. Denn es muss noch einiges vorbereitet werden für eine Veranstaltung am Abend mit Stargast Manfred Bockelmann oder besser bekannt als der Bruder von Udo Jürgens.

Super-Paradies von einst und jetzt

Veranstaltungen gibt es zahlreiche im Museum am Bach. So treffen sich beispielsweise Künstler zu sogenannten Residences wo über die Zukunft des Planeten nachgedacht wird und neue Mindmaps entstehen.

Es gibt Kunstmeetings bei denen sich Schauspieler, Fotografen und Maler beteiligen und direkt vor Ort Arbeiten entstehen lassen. Dabei erinnert sich Alex an eine skurrile Geschichte. So ist die in Wien lebende gebürtige Griechin Anna Vasof erst einen Tag nach der Ausstellungseröffnung gekommen und war mit dem Thema nicht zufrieden. Trotzdem hat die vor Ort produzierende Kinetische Medienkünstlerin losgelegt und mit ihrem Werk den Punkt der Ausstellung genau getroffen.

  • Es wird dabei auf das Handy und Internet verzichtet und die frische des Bachs eingesaugt.
    " Alex Samyi, Museum am Bach

Energieautark durch eigenes Kraftwerk

Im Jetzt wird das Museum am Bach als Verein betrieben und ist als registriertes Museum eingetragen. Über drei Stockwerke verteilt findet der Besucher die Exponate.

Das Museum am Bach ist energieautark. Denn den Strom liefert das hauseigene Kraftwerk, das von der Wölfnitz unter dem Haus gespeist wird. Früher wurde damit auch die Mühle betrieben und sogar der ganze Ort Ruden mit elektrischem Strom versorgt. So wird der Ort nicht nur für Abkühlung Suchende zum spannenden Erlebnis und vielleicht sogar zum kleinen Paradies.

Weiterer Tipp!

Nach dem Besuch im Museum am Bach sollte nicht gleich der Heimweg angetreten werden.

Ein Abstecher in Lippitzbach, wo die Wölfnitz direkt in die Drau mündet, bietet den frischen Abschluss des Ausflugs. Hier mischt sich das klare Wasser mit dem etwas trüberen Gewässer der Drau und man spürt die angenehme Kühle der beiden Bäche. Eine Reihe an Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein und es gibt sogar die Möglichkeit, beim gemauerten Griller seine mitgebrachten Würstchen oder anderes Grillgut zu brutzeln.

  • Im „Hafen“ schaukeln kleine Fischerboote in den Wellen der Drau und es gibt einen grandiosen Ausblick auf die alte und neue Draubrücke oder besser bekannt als Jauntalbrücke, von der sich Action Suchende mittels Bungeeseil in die Tiefe stürzen.
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